Der Thüringer Preis zur Förderung der Baukultur 20201 wurde gefördert durch die Thüringer Landesregierung
und unterstützt durch: Sparkasse Mittelthüringen, LEG Thüringen mbH, VHV Versicherungen, Architektenkammer Thüringen, Ingenieurkammer Thüringen
Preisträger sind drei Projekte, die auf sehr unterschiedliche Weise der Zielrichtung des Preises und dem Grundanliegen der Stiftung Baukultur, eine breite Öffentlichkeit für die Qualität unserer gebauten Umwelt zu interessieren und zu sensibilisieren, entsprechen:
Foto: Michael Miltzow, Bildwerk Weimar
Bauherr
Landeshauptstadt Erfurt
Planungsbüros und weitere Beteiligte
Osterwold Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA, Weimar
Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung der Landeshauptstadt Erfurt
Tragwerksplanung: Büro Hennicke + Dr. Kusch, Weimar
HLS / Elektroplanung: IB Pöhlmann, Erfurt
Lichtplanung: Torsten Braun, Limburg
Beurteilung des Preisgerichts
Die Stadt Erfurt bemüht sich über vielfältige
Aktivitäten urbanes Leben in der Innenstadt
zu festigen und im Rahmen der
Neugestaltung von Zentren und Plätzen
Synergien zwischen Funktionalität, Gestaltung
und Urbanität zu schaffen. Diese Aktivitäten
sind im Sinne der Förderung der
Baukultur in Thüringen zu würdigen.
Ein herausragendes Beispiel dafür ist die
Konzipierung und Umsetzung des „Radhauses“
am ICE-Bahnhof in Erfurt.
Eine Fahrradstation als Schlussstein für
die Neugestaltung des Gesamtensembles
ICE-Bahnhof Erfurt zu schaffen, wurde
im Auftrag des Hochbauamtes der Stadt
durch die Planer nach ihren eigenen Worten
„als Hybrid aus funktionellem Stadtmöbel
und anspruchsvollem Gebäude“
interpretiert.
Das Projekt spricht in seiner eigenwilligen
Architektursprache die ihm innewohnenden
Funktionen an, lädt den Nutzer ein,
das Gebäude progressiv wahrzunehmen
und zu nutzen.
Das Radhaus schafft eine hervorragende
Symbiose zwischen Radverkehr,
Bahnverkehr und ÖPNV und kann als Pilotprojekt
für Thüringen punkten.
Die Verknüpfung der verschiedenen
Funktionen, die in diesem Projekt ihre
Heimstadt gefunden haben, sind ein wichtiges
Element, um dem pulsierenden Leben
am Bahnhofsvorplatz ein Kleinod hinzuzufügen,
dass neben Funktionalität Raum
zum Verweilen bietet.
Die Jury hebt mit der Preisverleihung an
dieses Projekt den Mut der Auftraggeber
und die gestalterische und umsetzungstechnische
Lösung der Planer hervor.
Das Projekt steht für eine klare Gestaltung
kombiniert mit einem hohen
Anspruch an Funktionalität. Es fördert die
Urbanität der Innenstadt und leistet damit
einen wichtigen Beitrag zu gelebter Baukultur.
In diesem Sinne ist besonders hervorhebenswert,
dass es gelungen ist, die städtebaulichen Planungsinstrumente in Kombination mit der Kreativität der Planungspartner für einen zentralen Punkt der Stadt zu nutzen
und die Verbindung moderner Architektur mit erforderlicher Nutzung urbanitätsfördernd herzustellen.
Dieses Projekt zeigt in beeindruckender
Weise, dass baukulturelle Aspekte bei kooperativem
Handeln verschiedener Partner
sehr effizient umsetzbar sind.
Bauherr
Diakonie Ostthüringen Wohn- und Seniorenzentrum Käthe Kollwitz gGmbH, Jena
Planungsbüros und weitere Beteiligte
Jörg Lammert Architekten, Planungsbüro für soziale Aufgaben, Weimar
Tragwerksplanung: BC Architekten und Ingenieure, Lutherstadt Wittenberg
Möbelgestaltung: Diakonie-Verbund Eisenach gGmbH, Unstrut-Hainich-Werkstätten, Bad Langensalza
Kunst am Bau: Kunstwerkstatt der Diakonie-Verbund Eisenach gGmbH
Beurteilung des Preisgerichts
In der Stadt Kahla wurde mit der Seniorensiedlung „Am langen
Bürgel“ ein Wohnprojekt für alte Menschen realisiert, das in vorbildlicher
Weise auf eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen
unserer Zeit eingeht: den demografischen Wandel.
Wenn man baukulturelles Engagement so versteht, dass es sich
in zentraler Weise auf die Verbesserung der Lebensqualität richtet,
dann können und müssen auch Architektur und Städtebau bei der
Gestaltung der Lebens- und Wohnverhältnisse alter und zum Teil
auch pflegebedürftiger Menschen eine wesentliche Rolle spielen.
Das ist in Kahla gelungen.
Von großer Bedeutung ist schon die städtebauliche Entscheidung,
die Seniorensiedlung in den Stadtraum zu integrieren und
nicht in isolierte Randlagen abzudrängen. Aber auch bei der Planung
der internen räumlichen Strukturen haben die Architekten
sowohl beim Wohngemeinschaftshaus als auch im Bereich Pavillonwohnen
das Ziel verfolgt, der Vereinzelung und damit Vereinsamung
der Bewohner durch vielerlei Möglichkeiten der Begegnung
und des Zusammenlebens entgegenzuwirken. Gleichzeitig wurde
durch geeignete planerische Maßnahmen dafür gesorgt, dass auch
bei zunehmender Pflegebedürftigkeit kein Umzug notwendig wird,
um so die auch psychologisch wichtige Stabilität der Wohnsituation
sicherzustellen.
Insgesamt ist es den Beteiligten in beeindruckender Weise gelungen,
ein Projekt von hoher sozialer Qualität zu schaffen.
Beteiligte
Prof. Dr. habil. Max Welch Guerra mit
Prof. Hildegard Barz-Malfatti,
Prof. Dr. Hans-Heinrich Meyer,
Dipl.-Ing. Katja Fischer,
Dipl.-Des. Katja Bose,
Dipl.-Ing. Caroline Kauert,
Dipl.-Ing. Ulla Schauber und
zahlreichen weiteren Autoren und Mitarbeitern
Herausgeber
Band 1: Bauhaus-Universität Weimar und Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr
Band 2: Bauhaus-Universität Weimar und Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien
Band 3: Bauhaus-Universität Weimar, Fachhochschule Erfurt und Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr
Beurteilung des Preisgerichts
Die Trilogie wurde von Autorinnen und Autoren der Bauhaus-
Universität Weimar, der Fachhochschule Erfurt, der Friedrich-
Schiller-Universität Jena sowie Fachleuten weiterer, größtenteils
Thüringer Institutionen, erarbeitet.
Die Publikationen stellen drei unterschiedliche Zugriffe auf
die baulich-räumliche und baukulturelle Entwicklung Thüringens
dar. Es ist einmal eine systematische Feldstudie der Städte und
Stadtentwicklungspolitik (Stadtland Thüringen), zum Zweiten eine
exemplarische Tiefenuntersuchung einer Kleinstadt (Bad Langensalza
– 20 Jahre Stadtentwicklung) und drittens die für Thüringen
besonders wichtigen Zusammenschau von Landschaft und Stadt
(Kulturlandschaft Thüringen).
Diese drei Bände sind Bücher, die für sich jeweils stehen können
und andererseits mit sich auch anderen fach- und sachverwandten
Büchern in einem intertextuellen Dialog treten können. Sie
sprechen nicht nur ein akademisches Milieu an, sondern auch die
breite Öffentlichkeit. In ihrer Eigenschaft als Ausstellungskataloge
sind sie die Materialbasis für drei Ausstellungen, die einem breiten
Publikum Taten, Erfolge und offene Fragen der Thüringer Baukultur
vermitteln. Eine weitere Verbreitung der Inhalte auf Vorträgen,
weiteren Ausstellungen und anderen Veranstaltungen wäre wünschenswert,
denn solch eine vergleichbare Übersicht und Analyse
sowie die konzeptionale Auseinandersetzung zu den Perspektiven
seiner Baukultur besitzt kaum ein anderes Bundesland.
Die Widerspiegelung der materiellen und auch ideellen Werte
der Thüringer Städte und Gemeinden sowie die Darstellung der
bewusst hervorgerufenen Veränderungen durch öffentliche und
private Protagonisten und auch die Identifizierung eines Großteils
der Bevölkerung mit diesen Veränderungen seit der Wiedervereinigung
und der Neugründung Thüringens zeigen die Möglichkeit,
mit Baukultur die Zukunftsfähigkeit Thüringens zu steigern.
Tätigkeit des Gestaltungsbeirats unter Leitung von Prof. Michael Mann Blog- und Diskussionsplattform zur Beförderung einer kritischen Debatte zum Umgang mit der Mensa am Park in Weimar
Auftraggeber
Landeshauptstadt Erfurt
Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH
Gestaltungsbeirat
Prof. Michael Mann, Architekt BDA, Vorsitzender
Klaus Thomann, ehemaliger Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Erfurt, stellvertretender Vorsitzender
Prof. Nikolaus Zieske, Architekt BDA, Gießen
Dr. Claus Worschech, Architekt BDA, Erfurt
Frank Leipe, LEG Thüringen mbH, Erfurt
als Berater:
Sabine Göldner, Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung der Stadt Erfurt
Michael Dane, Landschaftsarchitekt BDLA, Weimar
Beurteilung des Preisgerichts
Die Wohngebietserweiterung Kiefernweg in Erfurt stellt nach Auffassung der
Jury einen überzeugenden Beitrag zur Entwicklung der Planungskultur im
Freistaat Thüringen dar.
Planungskultur baut auf Partnerschaft der verschiedensten Beteiligten und
deren Willen zur Qualität. Planungskultur braucht aber auch Zeit zur Konzeption,
Diskussion und Beratung im Umsetzungsprozess.
Das vorliegende Ergebnis der Wohngebietserweiterung Kiefernweg in Erfurt
hebt sich insofern deutlich von vergleichbaren Planungsprozessen in den
letzten zwanzig Jahren städtebaulicher Entwicklung in Thüringen ab.
Stadt, Grundstückseigentümer und verantwortlicher städtebaulicher Planer
haben einen Qualitätsanspruch formuliert, Planungs- und Umsetzungsphase
als Gesamtprozess betrachtet und eine gemeinsame ganzheitliche Verantwortung
zur Begleitung dieses Prozesses praktiziert.
Die Jury sieht gerade in dieser gemeinsamen, öffentlich wahrnehmbaren
Verantwortung für eine Planung auch in der Umsetzung eine wesentliche
Voraussetzung für die Entwicklung einer neuen Qualität von Planungskultur.
Im Ergebnis ist auch für den nicht fachkundigen aber interessierten Bürger
ein Mehrwert durch qualitätsvolle Planung und Begleitung in der Umsetzung
deutlich erkennbar. Dies ist nach Auffassung der Jury eine wesentliche
Voraussetzung für eine breitere Verankerung baukultureller Themen in der
Öffentlichkeit.
Erst ein überzeugender städtebaulicher Mehrwert im Interesse der Allgemeinheit
und ein individueller Mehrwert für den Bauherrn als Ergebnis eines
qualitätsvollen Planungsprozesses lassen eine breitere Akzeptanz von Planung
erwarten. Dies bildet nach Auffassung der Jury auch die Voraussetzung für
stärkeres bürgerschaftliches Engagement für die Baukultur.
Damit liefert der Beitrag neue Impulse für die Diskussion zur Baukultur in
Thüringen.
Blog- und Diskussionsplattform zur Beförderung einer kritischen Debatte zum Umgang mit der Mensa am Park in Weimar
Initiatoren und Betreiber
Moritz Fritz
Florian Kirfel
Johannes Schäfer
Johann Simons
Beurteilung des Preisgerichts
Das Projekt „Mensadebatte“ ist ein Blog, eine Diskussionsplattform
(www.mensadebatte.de), angestoßen, die Anfang der 1980er
Jahre gebaute Mensa der HAB Weimar / Bauhaus-Universität Weimar
vor einem möglichen Abriss zu schützen.
Die Jury anerkennt, dass hier ein hochmodernes Medium engagiert
genutzt wird, eine brisante Architekturdebatte in die Öffentlichkeit
zu tragen und das dialogische Potential des Blogs für die
Baukultur, welche immer auch eine Kultur des Diskurses verlangt,
fruchtbar zu machen.
So positiv die Jury eine Debatte um den Rang der Architektur
der DDR wahrnimmt und sosehr sie eine Haltung respektiert,
die den Verlust markanter Bauten der DDR-Moderne verhindern
möchte, sowenig geht es hier um eine vordergründige Parteinahme
im konkreten Fall. Denn diese Debatte stand im Kontext
des avisierten Baus einer neuen Mensa und des neuen Bauhaus-
Museums an eben diesem Standort. Auch die Frage, welcher Rang
dem Mensa-Bau im Kontext der 80er und heute zugemessen
werden sollte, bleibt offen. Der Fokus, den die Jury nachdrücklich
honorieren möchte, liegt auf dem Einsatz des modernsten Mediums
für die Architekturdebatte.
Bauherr
Gemeinde Göpfersdorf / VG Wieratal
Planungsbüro
Freier Architekt Dipl.-Ing. Jan Godts, Windischleuba
Eingereicht von der Gemeinde Göpfersdorf / VG Wieratal
Beurteilung des Preisgerichts
Mit der schrittweisen Sanierung dieses für die ostthüringer
Region typischen Beispiels eines mittelalterlichen
Vierseithofes tragen Gemeinde, Gemeinschaft
und Planer in vorbildhafter Art und Weise zur Vitalisierung
des dortigen Lebensraumes bei. Das Kulturgut
ist zugleich ein anerkennenswertes Beispiel heutiger
Baukultur im Bereich des Erhalts profaner Baudenkmäler
und deren Umnutzung.
Es gelingt den Trägern und Autoren, die seit 2001
mit dem Erwerb initiierte und seit 2005 in Realisierung
befindliche bauliche Ertüchtigung mit dem vorrangig
auf Öffentlichkeit ausgerichteten Nutzungskonzept
denkmalpflegerisch behutsam und Authentizität
bewahrend zu gestalten. Dies betrifft den Prozess des
Schaffens ebenso wie das Ergebnis selbst. Die Identität
des dörflichen Nukleus erfährt eine gemeinschaftliche
Stärkung unter Bewahrung und Fortführung
städtebaulich-architektonischer wie handwerklicher
Qualitäten.
Die Beteiligten haben sich vorgenommen, das Projekt
bis 2015 vollendet zu haben. Die Anerkennung
zum Thüringer Baukulturpreis soll den erreichten
Stand in Garbisdorf als vorbildhaft würdigen und zugleich
zeigen, wie Baukultur in Thüringen die baulichen
Schätze der Vergangenheit nicht nur bewahrt sondern
auch heutigen und künftigen Generationen den Wert
einer anmutigen Umgestaltung und vielfältigen Nutzbarkeit
vermittelt.
Autor
Ulrich Wieler, Weimar
Betreuung
Bauhaus-Universität Weimar, Mentor Dr. Gerd Zimmermann
Gutachter Prof. Dr. Thomas Topfstedt, Universität Leipzig
Gutachter Prof. Dr. Werner Durth, TU Darmstadt
Eingereicht von Ulrich Wieler, Weimar
Beurteilung des Preisgerichts
Mit der Entwicklung von „Planen und Bauen in Thüringen 1945-
49“ greift der Autor ein einerseits historisches Thema auf, das
andererseits durch einen starken Bezug zur Gegenwart gekennzeichnet
ist. Denn vielfach in Verruf geraten und bautechnisch
in eine Erneuerungsphase gekommen, ist die Architektur dieser
Zeit zum Teil akut bedroht, ohne dass gerade in Thüringen eine
sorgfältige Analyse en detail vorliegen würde. Dieser widmet sich
der Autor mit angemessener Sorgfalt.
Dabei berücksichtigt er für diese frühe Nachkriegszeit in der
Sowjetisch Besetzten Zone des noch ungeteilten Deutschlands
gesellschaftspolitische, weltanschauliche und wirtschaftsstrategische
Aspekte. Er analysiert die Region, die als „Grünes Herz“
des Landes auserkoren war, und benennt Bodenreform, ländliches
Bauen und Kulturversorgung als die baukulturell relevanten
Schwerpunkte vor dem Hintergrund der gesamtdeutschen Diskussion
nach 1945. Personen und Institutionen suchten neue Rollen
– das gilt auch für die Hochschulen in der Landeshauptstadt
Weimar, wo Hermann Henselmann bis 1949 Direktor war. Der
Autor arbeit deutlich heraus, dass auch in Thüringen „keine moralisch
lautere Pause zwischen Nationalsozialismus und SED-Staat
für die Architektur“ zu retten ist.
Anzuerkennen ist, dass sich Ulrich Wieler einem schwierigen
Thema zwischen Historie und Aktualität widmete und sorgfältig
recherchierte. Ein jüngeres Kapitel in der Thüringer Baugeschichte
wurde umsichtig erschlossen – bleibt der Wunsch der Jury, dass
ein Verlag für die Dissertation gefunden werde.
Redaktion
Dr. Rüdiger Paul Kirsten, Erfurt
Herausgeber
Landeshauptstadt Erfurt
Beurteilung des Preisgerichts
Die Broschüren der „Grünen Reihe“, die von der Landeshauptstadt
Erfurt kostenlos zur Verfügung gestellt werden, überzeugen
durch ein hohes Maß an Informationsfülle in Bild und Text. Mit
einer Größe von 21 x 10,5 cm und durchschnittlich 40 bis 50
Seiten sind die Broschüren handlich, mit durchgängig farbigen
Abbildungen sprechen sie breite Bevölkerungsschichten an. Die
„Schwelle“, die Broschüren in die Hand zu nehmen, ist denkbar
niedrig gehalten, ohne dass die Inhalte banalisiert oder populistisch
herabgestuft wurden.
Gärten und Plätze werden den Bürgern mit wissenswerten
Informationen über ihre geschichtliche Entwicklung nahe gebracht.
Räumliche Konzepte, gartenkünstlerische Strategien und
Entwurfsansätze der Gegenwart werden erläutert und in ihrer
Umsetzung dargestellt. Die Erfurter Bürger können sich damit
sehr unkompliziert, ohne „belehrt“ zu werden, Wissen über ihr
Quartier, ihre Stadt, ihre Heimat aneignen. Die Basis dafür, dass
sich die Menschen durch dieses Wissen mit ihrer Umgebung
identifizieren können, wird durch die „Grüne Reihe“ etwas breiter;
die Wahrscheinlichkeit, dass mit Gärten und Plätzen pfleglich
umgegangen wird, wächst mit dem Wissen, das hier ambitioniert
vermittelt wird.
Umsetzung
EURATIBOR e.V., Projekt Multimedia, Betriebsstätte Erfurt-Gispersleben
Auftraggeber
Landeshauptstadt Erfurt
Beurteilung des Preisgerichts
Baukultur lebt vom Engagement der Bürger. Insofern ist Baukultur auch nicht
identisch mit einer auch noch so guten Architektur einzelner Gebäude. Mit
Baukultur bezeichnen wir daher auch eher den gesellschaftlichen Prozess,
der sich auf das Interesse der Bürger an ihrer gebauten Umwelt gründet. Der
Film „Willkommen zu Hause Hirschgarten“, der sich mit der Umgestaltung
eines zentralen Platzes in der Stadt Erfurt beschäftigt, ist ein hervorragendes
Beispiel für ein solches Interesse und für aktive Teilnahme der Öffentlichkeit
an den baulichen Veränderungen der Stadt. Dass es überwiegend Jugendliche
waren, die an diesem Film mitgewirkt haben, gibt der Jury umso mehr den
Grund, dieses Projekt mit Lob und Anerkennung zu bedenken.
Foto: Boris Storz
Bauherr
Stadt Schmalkalden
Planungsbüros
terra . nova landschaftsarchitektur, München
wich . architekten, München
Bauherr
Gemeinde Saara
Planungsbüros
Architekturbüro Volkhard Lehmann, Münchenbernsdorf
Partnergesellschaft pons asini, linke-grützner-dähne und partner,
Mellingen
Bauherr
Freistaat Thüringen
Planungsbüros
Junk & Reich, Architekten BDA, Weimar
Pitz & Hoh, Werkstatt für Architektur und Denkmalpflege,
Berlin
Foto: Ester Havlova
Bauherr
Göpel electronic GmbH, Jena
Planungsbüros
wurm + wurm architekten ingenieure GmbH, Bühl
Übersicht aller Einreichungen in den vier Rubriken
Radhaus, Seniorensiedlung und Studienprojekt ausgezeichnet
Zum Thüringer Preis zur Förderung der Baukultur 2010 ist eine Broschüre mit allen Preisträgern, Anerkennungen und den Objekten der Engeren Wahl erschienen. Sie kann kostenfrei bei der Stiftung Baukultur bezogen werden. » Kontaktseite