Landeswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» 2009

Am 24. Juni verkündete Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Dr. Volker Sklenar im Rahmen einer Veranstaltung im Nationalparkzentrum Hainich das Ergebnis des Landeswettbewerbs «Unser Dorf hat Zukunft» 2009.
Die Jury hatte abschließend am 19. Juni 2009 getagt. Im Mai fand an vier Tagen die Bereisung aller Teilnehmerdörfer statt. Die dort gewonnen Eindrücke und die umfassenden Informationen zu den Leistungen der Dörfer bildeten die Grundlage für die Entscheidung der Jury.

Liste der News

Landessieger
Gemeinde Langenwolschendorf

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Aus der Beurteilung der Jury

Das Straßendorf Langenwolschendorf mit 872 Einwohnern hat neben einer starken Dienstleistungs- und Arbeitsplatzfunktion, einem funktional und liebevoll aufgewerteten Ortskern mit kommunalen und sozialen Einrichtungen ein intaktes Gemeindeleben. Potenzial bestehen im Bereich des Radwegverkehrs sowie der Naherholung als Teil der Region um die Talsperre Zeulenroda. In der Zusammenarbeit zwischen der Kommune, den Vereinen, der Kirche und dem bürgerschaftlichen Engagement wird Bewährtes von der Familie im typischen Vierseithof bis hin zur Sozialarbeit sowie dem altengerechten Wohnen sinnvoll ergänzt und die Tradition als verbindendes Element bis hin zur Bewahrung der natürlichen Schöpfung insbesondere im Bereich der Bäume vorbildlich entwickelt.

2. Platz
Gemeinde Reinholterode

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Das Dorf Reinholterode nordöstlich von Heilbad Heiligenstadt mit 801 Einwohnern ist geprägt von Ehrgeiz und Zielstrebigkeit seiner Bürger, was sich insbesondere in seiner baulichen und sozialen widerspiegelt. Der spürbare Stolz für das Erreichte ist auf den bewusst sparsamen und nachhaltigen Umgang bezüglich Landschaftsverbrauch sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für einen lebenswerten Wohnort mit angemessenem Arbeitsplatzangeboten zurückzuführen.

3. Platz
Gemeinde Bockstadt mit Ortsteil Herbartswind

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Das Dorf Bockstadt vor den Toren Eisfelds mit seinen 327 Einwohnern ist geprägt von Tradition, Gemeinschaftssinn und Zielstrebigkeit seiner Bewohner, was sich insbesondere im vielfältigen Engagement der Bürger widerspiegelt. Das Erreichte im Ortskern und im Neubaugebiet ist auf den bewusst zurückhaltenden Landschaftsverbrauch sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für einen lebenswerten familienfreundlichen Wohnort mit guten Freizeitangeboten zurückzuführen. Ziel der Gemeinde ist die Erhaltung der kommunalen Selbstständigkeit. Die Gemeinde besticht durch gute interne und externe Kommunikation.

Außerdem vergab die Jury folgende Anerkennungen:

Gemeinde Langenorla

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Die Gemeinde Langenorla mit ihren 1377 Einwohnern, gelegen im unteren Orlatal, ist insbesondere geprägt durch planvolles Handeln der Verwaltung, was sich im erfolgreichen Bemühen um einen familien- und kinderfreundlichen Wohnstandort und in der baulichen Entwicklung widerspiegelt, aber durch vielfältiges, generationsübergreifendes Engagement der Bürger. Anerkennenswert ist die überregionale Orientierung der Gemeinde, die sich beispielsweise in der Umsetzung von Radwegekonzepten oder den geplanten naturnahen Maßnahmen zum Hochwasserschutz zeigt. Die Stärke und Zukunftsfähigkeit von Langenorla liegt in der Nutzung des Naturraumpotenzials für die Entwicklung eines sanften Tourismus durch regionale und überregionale Vernetzung und in der kontinuierlichen und systematischen Weiterentwicklung zu einem attraktiven Wohnstandort mit gut ausgebildeten Gewerbestrukturen. Die Jury sprach für Langenorla eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Soziale und kulturelle Aktivitäten aus.

Ortsteil Krauthausen der Gemeinde Krauthausen

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Das Dorf Krauthausen mit seinen ca. 980 Einwohnern, nördlich von Eisenach an der Grenze zu Hessen gelegen, ist geprägt von Ehrgeiz und Zielstrebigkeit seiner Bürger. Dies macht sich in seiner gewerblichen und baulichen Entwicklung bemerkbar. Die günstige Verkehrsanbindung bewusst nutzend, hat sich die Gemeinde zu einem zukunftsfähigen Gewerbestandort an der Bundesautobahn A 4 entwickelt. Die guten Arbeitsplatzangebote bewirkten eine rasante Erweiterung der gemeindlichen Struktur und die Vergrößerung der Siedlungsfläche. Durch umfangreiche Gewässergestaltungen sollen die Attraktivität der Wohnstandorte erhöht und der Naherholungswert der Umgebung verbessert werden. Die Jury sprach für Krauthausen eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen aus.

Ortsteil Königshofen der Gemeinde Heideland

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Der Ortsteil Königshofen im nördlichen Saale-Holzland-Kreis mit seinen 650 Einwohnern ist ein charakteristisches Angerdorf mit einem ausgeprägten Streuobstgürtel. Das generationsübergreifende bürgerschaftliche Engagement in den vielen Vereinen macht Königshofen zu einem lebenswerten Wohn- und Arbeitsort. Ziel der Initiativen der Bürger im Ortsteil Königshofen ist die Erhaltung der noch weitgehend ausgeprägten landwirtschaftlichen Struktur des Ortes, Erhaltung der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und Erschließung neuer Gewerbestrukturen auf Basis der Erhöhung der Wertschöpfung bei der Verarbeitung und Veredlung landwirtschaftlicher Produkte. Das Vereinsleben bietet zahlreiche qualitätsvolle Veranstaltungen zur Pflege der Traditionen, zum sportlichen Ausgleich und zur kulturellen Betätigung. Die Jury sprach für Königshofen eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Soziale und kulturelle Aktivitäten aus.

Gemeinde Hermannsacker

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Das Dorf Herrmannsacker mit seinen 401 Einwohnern liegt am landschaftlich reizvollen Südharz. Die Verbindung der Zukunft mit der Vergangenheit, das Thema des bemerkenswerten Kirchenaufbaus, ist Motto und zugleich Ziel für die gesamte Gemeindearbeit. Identifikation, generationsübergreifendes Gemeinschaftsgefühl im Einklang mit Traditionsbewusstsein, Landschaftspflege und sanftem Tourismus zeichnen Herrmannsacker aus. Die Jury sprach für Herrmannsacker eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Soziale und kulturelle Aktivitäten aus.

Ortsteil Niederwillingen der Gemeinde Ilmtal

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Der im Wipfratal im nördlichen Vorland des Thüringer Waldes liegende Ort Niederwillingen mit seinen 665 Einwohnern hat sein klar formuliertes Entwicklungskonzept mit der Zielstellung einer Entwicklung zum attraktiven Wohnort, bereits erfolgreich umgesetzt. Die Einbeziehung der Neubürger in den Altort garantiert eine intakte Dorfgemeinschaft mit einem vielseitigen gesellschaftlichen Leben im Dorf. Die relative Verträglichkeit von Alt- und Neubebauung, eine interessante Dorfökologie mit Gärten, Großgrün und Bachlauf sowie eine die Vorteile der Topographie nutzende Einbindung des Dorfes in die Landschaft lassen auch Chancen einer gewissen touristischen Attraktivität erkennen. Die Jury sprach für Niederwillingen eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Baugestaltung aus.

Gemeinde Großheringen

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Am Zusammenfluss von Ilm und Saale in landschaftlich reizvoller Lage hat die Gemeinde Großheringen mit 675 Einwohnern aufgrund der Funktionen als Eisenbahnknotenpunkt und einer starken wirtschaftlichen Ausgangslage selbstbewusst ihre Entwicklung geprägt. Mit einer unternehmerähnlich handelnden Verwaltung, der familienfreundlichen Wohnungsbau- und Sozialinfrastruktur und dem Engagement der Vereine und Bürgerinnen und Bürger werden Wohn- und Arbeitsfunktionen mit erheblichem touristischen Potenzial bis hin in den Ortsteil Kaatschen-Weichau als wiedererweckter Weinort lebenswert zusammengeführt. Die Jury sprach für Großheringen eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen aus.

Gemeinde Bilzingsleben

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Das Dorf Bilzingsleben mit seinen 760 Einwohnern profitiert hauptsächlich von seiner besonderen topographischen Lage in einer Flussschleife der Wipper. Die besondere Lage in der Landschaft stellt neben dem Einzelobjekt «Steinrinne» sein größtes auf Tourismus ausgerichtetes Entwicklungspotential dar. Diesen Standortvorteil auszunutzen muss gemeinsame Aufgabe von Bürgern und Gemeinderat sein und kann nicht der lobenswerten, aber letztlich nur individuellen Initiative des Bürgermeisters überlassen bleiben. Die Jury sprach für Bilzingsleben eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Einbindung in die Landschaft aus.

Ortsteil Almerswind der Stadt Schalkau

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Das Straßendorf Almerswind mit 239 Einwohnern an der ehemaligen Heer- und Handelstraße Erfurt-Coburg liegt mit Scheunengürtel malerisch eingebettet im Tal umgeben von Wäldern, Wiesen und Streuobstwiesen. Der behutsame Umgang mit der Natur, die gelungene bauliche Sanierung des prägenden Fachwerkbestandes, teilweise sogar mit Fassadenbemalung sowie das vielfältige Vereins- und Brauchtumsleben machen Almerswind zu einem liebens- und lebenswerten Wohnstandort in Südthüringen. Die Jury sprach für Almerswind eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Soziale und kulturelle Aktivitäten aus.

Ortsteil Catterfeld der Gemeinde Leinatal

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Die Gunstlage des 781 Einwohner zählenden Ortes Catterfeld am Nordrand des westlichen Thüringer Waldes mit abwechslungsreicher intakter Landschaft und die erhaltene, historisch gewachsene Siedlungsstruktur des Ortes stellen Catterfelds größtes auf Tourismus ausgerichtetes Entwicklungspotential dar. Erste anerkennenswerte Schritte in Richtung Aufwertung des Dorfbildes und Aufbauen von Fremdenverkehrsstrukturen sind mit der planvollen Umsetzung des Dorfentwicklungsplanes gegangen worden und haben zu einer qualitativ hochwertigen Umsetzung geführt. Die Jury sprach für Catterfeld eine Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich Grüngestaltung aus.

Mitglieder der Jury waren

  • Heike Roos, Denstedt, Landschaftsarchitektin, Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Baukultur und des Vorstandes der Architektenkammer Thüringen und Juryvorsitzende
  • Karl-Heinz Bartl, Rudolstadt, Mitglied des Vorstandes der Ingenieurkammer Thüringen
  • Katharina Steinbrecher, Landesverwaltungsamt Weimar
  • Martin Weigand, Gemeinde- und Städtebund Thüringen
  • Herbert Hoßfeld, Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen