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BlogVerkehrsimpulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates Thüringen – ICE-Kreuz und ICE-City



Verkehrsimpulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates Thüringen – ICE-Kreuz und ICE-City

15. Mär 2013 ▪ Ingenieurkammer Thüringen

Am 12. März 2013 fand im ComCenter Brühl (Erfurt) eine Veranstaltung der Stiftung Baukultur Thüringen, initiiert und vorbereitet durch die Ingenieurkammer Thüringen statt. Die Zielstellung bestand u. a. im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern die baukulturelle Dimensionen bei Planung und Gestaltung von städtischen Verkehrsräumen in den Fokus stellen. Der Einladung folgten über 50 Teilnehmer, darunter Vertreter der Politik, der DB AG und weiterer Institutionen sowie Ingenieure und Architekten.


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Minister Christian Carius MdL, Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Foto: Ingenieurkammer Thüringen Dipl.-Phys. Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Thüringen der DB AG, Foto: Ingenieurkammer Thüringen Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Dietmar Grosser (Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der TA), Dipl.-Phys. Volker Hädrich (Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Thüringen der DB AG), Minister Christian Carius (Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr), Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig (Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, Vizepräsident der Stiftung Baukultur Thüringen), Dipl.-Ing. Hartmut Strube, Architekt (Präsident der Stiftung Baukultur Thüringen und Präsident der Architektenkammer Thüringen), Dipl.-Ing. Elmar Dräger (Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Erfurt), Dipl.-Ing. Stefan Prüger (Fachdienstleiter für Verkehr der Stadt Gera)., Foto: Ingenieurkammer Thüringen

Mobilität ist eine wichtige Grundlage für Wohlstand, Zukunftsfähigkeit und Stabilität des Gemeinwesens. Trotz der notwendigen Sparpolitik müssen neue verkehrspolitische Akzente gesetzt werden, um den Anforderungen an die Lebensqualität gerecht zu werden und den Wirtschaftsstandort Thüringen weiter zu entwickeln. Das Spannungsfeld zwischen der Akzeptanz von Infrastrukturausbau und der Transparenz von Planungs- und Genehmigungsverfahren, dem die Verkehrsanliegen unterworfen sind, bedingt ein konstruktives Zusammenwirken aller Akteure.

Nach einem Grußwort von Herrn Dipl.-Ing. Hartmut Strube, Präsident der Stiftung Baukultur Thüringen und Präsident der Architektenkammer Thüringen, folgen zwei Impulsvorträge.

Herr Minister Christian Carius MdL, Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, ging auf die Chancen ein, die sich aus dem ICE-Kreuz und der ICE-City für den Freistaat Thüringen ergeben. Durch die ICE-Neubaustrecke sind die Potenziale für den Wirtschaftsstandort Thüringen gewaltig. Neben besserer Erreichbarkeit und deutlichen Reisezeitverkürzungen (Die Reisezeiten zu wichtigen Metropolregionen werden sich erheblich verkürzen, z.B.: Erfurt - München von 4.15 h auf 2.30 h) soll der ICE-Knoten die sogenannte ´"Schnelle Mitte" Deutschlands und Europas erheblich aufwerten und die Attraktivität der Region für ansässige Unternehmen, potentielle Investoren und Fachkräfte stärken. Minister Carius wies aber auch darauf hin, dass noch Investitionsbedarf im Bereich der Bundesfern-, Bundes- und Landesstraßen sowie der Ingenieurbauwerke besteht, wobei jedoch die finanziellen Möglichkeiten sehr reglementierend wirken. Der Minister unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Flughafens Erfurt-Weimar als wichtigen Standortfaktor für potentielle Investoren, diese "Investor-Anforderung" bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass auch eine Nutzung dieses Faktors erfolgt. "Die wachstums- und zukunftsorientierte Verkehrspolitik bleibt Grundlage für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung", schlussfolgerte der Bauminister.

Über die möglichen Potenziale für Erfurt als künftiger zentraler Bahnknoten Deutschlands referierte Herr Dipl.-Phys. Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Thüringen der DB AG. Er ergänzte die Ausführungen von Herrn Carius im Hinblick auf die zentralen Aspekte wie u. a. Zeitschiene, Finanzplan, Wachstumsoptionen und Umsetzungsmöglichkeiten der Infrastrukturmaßnahmen und betonte, dass Thüringen von der Bundesentscheidung profitiert, insbesondere wenn die Lagegunst des Freistaates in vollem Umfang genutzt und in Kombination mit kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Konzeptlösungen noch mehr gestärkt wird. Klar ist jedoch, dass das "Geschenk ICE-Knoten" kein Selbstläufer ist – entsprechende Aktivitäten aller Akteure sind notwendig, damit die regionalen Strukturimpulse und das wichtige Zukunftsprojekt ICE-City eine optimale wirtschaftliche "Hebelwirkung" erzeugen können.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die der Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der TA, Herr Dietmar Grosser, engagiert und fachkundig moderierte, wurden die unterschiedlichen Standpunkte, auch unter Einbeziehung des Publikums diskutiert. Das Podium war besetzt mit: Minister Christian Carius, MdL, (Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr), Dipl.-Phys. Volker Hädrich (Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Thüringen der DB AG), Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig (Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, Vizepräsident der Stiftung Baukultur Thüringen), Dipl.-Ing. Hartmut Strube, Architekt (Präsident der Stiftung Baukultur Thüringen und Präsident der Architektenkammer Thüringen), Dipl.-Ing. Elmar Dräger (Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Erfurt), Dipl.-Ing. Stefan Prüger (Fachdienstleiter für Verkehr der Stadt Gera).

Insbesondere die in der Prognos-Studie "Bedeutung der künftigen Verkehrsinfrastruktur für die Landesentwicklung Thüringens" definierten Handlungsfelder –Mobilität/ Wissensnahe Dienstleistungen der Zukunft/ Tourismus und Tagungen/ Stadtentwicklung im Umfeld des ICE-Knotens- wurden thematisiert. Es erfolgten auch Hinweise, dass nicht ausschließlich auf den schnelleren und komfortableren Fernverkehr gesetzt werden sollte, denn insbesondere in Zeiten des demographischen Wandels ist auch der bedarfsgerechten Anpassung des öffentlichen Nahverkehrs die notwendige Beachtung zu schenken.

In seinem Schlusswort zeigte Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen und Vizepräsident der Stiftung Baukultur, Perspektiven auf, die sich für die Thüringer Ingenieure und Thüringer Architekten aus diesen Infrastrukturprojekten ergeben können. Eine bedarfsgerechte Neuausrichtung der Flächenentwicklung ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung von ICE-City, wobei die beiden Berufsstände sowohl als konstruktive Dienstleister als auch als Triebkräfte einer konsequenten Stadt- und Landesentwicklung agieren sollten.

Herr Professor Mönnig zog das Resümee, dass dieses Veranstaltungsformat geeignet ist, die Zielstellung der Stiftung Baukultur Thüringen, die Identifikation der Bevölkerung mit baukulturellen Themen zu fördern, weiter umzusetzen. Der Dialog zum Umgang der Gesellschaft mit der gebauten Umwelt muss permanent stattfinden, wobei es auch darauf ankommt, die Werte der Wertegesellschaft zu definieren und in eine Hierarchie zu bringen. Die öffentliche Debatte zur Gestaltung des Wandels muss weiter etabliert werden.

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